Krieg,
Wirtschaft, Asyl. Das sind die Themen, denen sich die bayerische Politik im
Bezug auf die Flüchtlingsproblematik gegenüber sieht. Ein ewiges Thema, steht
die Politik doch zwischen Weltoffenheit und Verklemmtheit der Ewiggestrigen in
Deutschland. Bayern sorgt für Furore, mit dem Plan, Asylbewerberheime an der
deutsch-tschechischen Grenze zu errichten, um Wirtschaftsflüchtlinge schneller
abschieben zu können. Klingt durchaus logisch, um die Flüchtlingswelle zu
ebnen, ist es doch nur wieder ein Schnellschuss der bayerischen Politik,
kurzfristige Pläne zu schmieden, die das Problem letztendlich nicht lösen.
Natürlich
sind viele der Flüchtlinge nicht dazu befugt, hierher zu kommen, nur weil hier
angeblich das Paradies ist. Das Paradies in einem Land, in dem noch viel zu oft
Hass gegen Flüchtlinge geschürt wird, die alles Andere als das Paradies auf
Erden erfahren werden.
Natürlich
muss man gegensteuern, aber mit undurchsichtigen Abschiebungslagern? Sicherlich
nicht. Die Politik sucht nach einer Lösung, um die Problematik in möglichst
kurzer Zeit, mit möglichst wenig Aufwand zu lösen, die angepeilten Maßnahmen
wirken jedoch alles andere als langwierig.
Sollte man
nicht endlich einsehen, dass man die Gründe für ein Flüchten bekämpfen muss, um
Deutschland zu entlasten? Vor allem im Balkan, dem Herkunftsland der
Wirtschaftsflüchtlinge sollte das doch durchaus ohne große Militärgewalt
machbar sein. Die Situation ist eine andere, als jene, die die Menschen im von
Bürgerkriegen geplagten Afrika zur Flucht zwingt.
Einzig die
Schleuser müssen bekämpft werden, versprechen sie doch die heile Welt, zu viele
fallen darauf rein. Verbessert man die wirtschaftliche Lage auf dem Balkan,
hilft man der Politik auf dem Balkan eine funktionierende Wirtschaft
aufzubauen, so haben die Schleuser bald keine Einnahmequelle mehr.
Natürlich
ist auch das leichter gesagt als getan. Rumänien und Bulgarien können durchaus
noch von der EU beeinflusst werden, beim Kosovo ist das leider nicht möglich.
Und genau da kommen die meisten Wirtschaftsflüchtlinge her. Da bleibt nur
Hilfe, die die gesamtdeutsche Politik durchführen muss.
Herrmann und
Seehofer müssen einsehen, dass mit solch ignoranter Politik nichts langfristig
erreicht werden kann, sind die Spannungen im bayrischen Landtag doch zurzeit eh
schon so groß, dass nur wenig Zeit für konstruktive Politik bleibt. Das muss
sich schleunigst ändern, vor allem im Falle der Asylpolitik müssen auch andere
Institutionen mitbestimmen dürfen. Nicht umsonst bezeichnet der deutsche
Flüchtlingsrat die Pläne als Diskriminierung. In Zeiten, in denen Seehofer
nichts erreicht, müssen auch andere mitwirken.
An der
Flüchtlingswelle ändert das Ganze aber noch nichts. Ein Mensch, der Zuflucht im
großen Europa sucht, wird viel zu oft menschenunwürdig behandelt. Das betrifft
alle Flüchtlinge in Deutschland und der EU. Letztere ist auch alles andere als
unschuldig in der Misere. Eine einheitliche Flüchtlingspolitik wird seit langem
gefordert, aber was passiert? Nichts.
Es kann
nicht sein, dass sich ein Großteil der EU-Mitglieder den Asylbewerbern komplett
verschließt, würde da mehr in den deutschen Nachbarstaaten passieren, wäre
Deutschland, insbesondere aber Bayern, deutlich entlasten. Aber es ist so in
der EU, wie es immer ist. Deutschland allein muss alles ausbügeln.
Man sieht,
viel muss geändert werden. Jegliche Flüchtlingspolitik erfordert Reformen, nur
dürfen die nicht von der CSU dominiert werden. Flüchtlingslager zu errichten,
nur um des Abschiebens Willen, darf nicht die Folge sein. Die EU ist in der
Pflicht, sowohl die innereuropäische Politik zu strukturieren, als auch die
Gründe für eine Flucht der Menschen aus ihrer Heimat zu reduzieren. Krieg und
Zeiten der wirtschaftlichen Not wird es immer geben. Auch das Ankommen weiterer
Flüchtlinge kann und soll nicht verhindert werden. Man kann die Situation aber
sicherlich verbessern und das nicht nur mit hastig errichteten Abschiebungslagern.
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