Angela
Merkel hat das Internet für die Politik 2013 ganz treffend auf den Punkt
gebracht: Neuland. Der Kanzlerin mag man es verzeihen können, wenn das Internet
als Sache betrachtet wird, die selbst nach mehr als 20 Jahren als neu
betrachtet wird. Bezogen auf den Hacker-Angriff auf den Bundestag passt es wie
die Faust aufs Auge. Eines der wichtigsten Staatsorgane muss zusehen, wie die
betroffenen Abgeordneten auf ominöse Anhänge in E-Mails klicken und dadurch das
Netzwerk des Bundestags angreifbar machen.
Und all das,
obwohl seit Jahren auch von politischer Seite gepredigt wird, dass genau über
solche Mails viele der vermeintlichen Viren in das System kommen. Unwissenheit,
Unsicherheit und Ignoranz kommen nicht das erste Mal in der Politik vor.
Anstatt nach den Ursachen des Angriffs zu suchen, der vermeintlich vom russischen
Geheimdienst ausging, verabschiedet der Bundestag in aller Ruhe ein
IT-Sicherheitsgesetz für Firmen die ein angreifbares Ziel bilden, für den
Bundestag selbst kommt dieses Gesetz allerdings deutlich zu spät.
Sollte ein
so wichtiges Verfassungsorgan wie der Bundestag nicht mit den besten IT-Leuten
ausgestattet sein und einen dementsprechenden Sicherheitsstandard besitzen?
Anscheinend nicht, hatte man doch nur
über zwei Jahrzehnte Zeit sich über die Gefahren des Internets auf kritische
Informationen bewusst zu werden. Die
Abgeordneten schämen sich und machen das was sie immer tun, wenn etwas
fragwürdiges im Bundestag passiert. Sie suchen die Ursachen bei allen anderen,
aber nicht bei sich.
Aber auch in
Deutschland sollte man sich den Möglichkeiten der Online-Kriegsführung bewusst
werden. USA und China, Nordkorea und Japan, Russland und Deutschland. Alles
Länder, die sich in den letzten Monaten und Jahren gegenseitig die Schuld an
diversen Hackerangriffen zuschoben. Nach den Angriffen Anfang Juni auf Daten
hochrangiger US-amerikanischer Beamter drohen die USA sogar mit finanziellen
Sanktionen gegen die Volksrepublik China. Und das, wo die USA doch die größte
Spionage der neueren Zeit mit dem PRISM-Programm vorzuweisen haben.
Aber kann es
eine Lösung sein, Geheimdienste aufeinander zu hetzen um Informationen zu
erlangen, die den einzelnen Regierungen doch eh nichts bringen? Ein gemeinsamer
Dialog zu den Gefahren des Internets wäre da deutlich hilfreicher. Natürlich
wird das nicht passieren, solange jede Nation ihre eigenen kleinen
Hackerangriffe startet und die anderen nur allzu gern bereit sind, ihnen diese
Informationen auch noch zu geben.
Und damit
wieder zurück zum Bundestag. Die Verantwortlichen sollten schleunigst an einer
Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen arbeiten, damit weitere Angriffe in
Zukunft ausgeschlossen werden können. Und auch die Politiker selbst sollten
sich langsam ernsthaft mit dem Thema Internet auseinandersetzen, waren sie es
doch selbst, die für ein Gelingen des Angriffes gesorgt haben.
Vielleicht
kann Angela Merkel dann endgültig im Neuland ankommen, auch wenn sie dann wohl
oder übel feststellen werden muss, dass das Land schon Jahre vorher von sogenannten
„Nerds“ beansprucht wurde, die tatsächlich
schon lange dort leben.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen