Bahnkunden leiden erneut unter
GDL-Streik
„Fahrt fällt
aus“. Diese in rot aufleuchtende Meldung dürfte eingefleischten Kunden des
Online-Service der Deutschen Bahn nur allzu gut bekannt sein. Die Gewerkschaft
Deutscher Lokomotivführer (GDL) ruft zum neunten Mal im aktuellen Konflikt zum
Streik auf und die leidtragenden Pendler stehen erneut vor der Frage: „Wozu das
Ganze?“
Und die
Frage ist durchaus berechtigt. GDL-Chef Claus Weselsky macht seit Monaten seine
Forderungen klar, möchte die Bahn einen Kompromiss finden, ist der
Gewerkschafter absolut nicht zu einer Einigung bereit. Zugegeben, die Bahn hat
an der Misere alles andere als Unschuld, kann auch sie sich nur schwerlich
damit anfreunden auf Weselsky zuzugehen. Die geforderten Punkte sind in
vielerlei Hinsicht durchaus schlüssig, eine Verbesserung der Lokführer-Tarife
ist sicherlich nötig. Nur stellt die GDL zu viele Forderungen an die Bahn, die
damit nur mehr abgeschreckt wird. Beide Parteien sind insofern beide nicht zu
wirklichen Verhandlungen bereit, weil jede Seite mit möglichst wenigen
Kompromissen alle Forderungen durchsetzen möchte.
Ersatzfahrpläne,
Verspätungen, Streiks. Begriffe, mit denen die Bahn mittlerweile identifiziert
wird, hatte sie doch schon vor dem GDL-Tarifkonflikt nicht den besten Ruf bei
den Kunden. Auch hier stellt sich die Frage: Wie lange machen die Bahnkunden
das Durcheinander noch mit? Immerhin sind ja die Bahn und damit auch die
Lokführer vom Besuchsaufkommen abhängig,
was sowohl für die Zeit des Streikes, aber auch darüber hinaus alles andere als
dem wirtschaftlichen Profit zuträglich ist. Weselsky schadet der Bahn mehr, als
diese durch die Tariferhöhungen wieder erwirtschaften könnten und schneidet
sich damit ins eigene Fleisch.
Eine
Schlichtung wird nur schwer möglich sein, solange Krawall-Claus weiter die
Position seiner Gewerkschaft ausbauen will und die Bahn nicht einlenken möchte.
Der ehemalige Verkehrsminister Peter Ramsauer (CDU) schlug nun die Verbeamtung
der Lokführer vor, die Streikfrage könnte damit erst mal geklärt werden. Aber
dass auch diese Idee nur Wunschdenken bleibt, ist natürlich zu erwarten, würde
man doch den Einfluss der Lokführer-Gewerkschaften soweit herabsetzten, dass
nur noch mit mehr Ärger zu rechnen wäre und das nicht nur von Seiten der GDL,
sondern auch von Seiten der weitaus größeren Gewerkschaft, der Eisenbahn- und
Verkehrsgewerkschaft (EVG).
Bleibt am
Ende nur noch zu hoffen, dass die kleinen roten Anmerkungen im Fahrplan der
deutschen Bahn möglichst schnell wieder verschwinden und nicht mehr so schnell auftauchen,
damit sich die Lage in der Bahn-Landschaft etwas entspannen kann.
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